Nach der Stellenanzeige googelt er dich
Ein Elektriker mit zwölf Jahren Berufserfahrung sitzt in der Mittagspause im Transporter und scrollt durch Stellenanzeigen. Drei davon klingen fast gleich: abwechslungsreiche Aufgaben, faire Bezahlung, familiäres Team. Nichts davon hilft ihm bei der Entscheidung. Also tippt er die Namen der Betriebe bei Google ein.
Was er dann auf seinem Handy sieht, entscheidet, ob er sich meldet. Nicht die Anzeige.
Die Anzeige bringt ihn nur bis zur Tür
Stellenanzeigen sind knapp, folgen festen Rastern und klingen deshalb alle ähnlich. Das liegt am Format, nicht an dir. Ihre Aufgabe ist, dass jemand auf deinen Betrieb aufmerksam wird. Überzeugen muss danach etwas anderes, und das ist deine Website.
Wer in einem festen Job steckt, bewirbt sich nicht aus Neugier. Ein Wechsel heißt neue Kollegen, neuer Chef, wieder Probezeit. Bevor er das riskiert, will er wissen, worauf er sich einlässt. Findet er auf deiner Seite nur „Leistungen“, „Über uns“ und ein Impressum, bleibt er, wo er ist. Und du erfährst nie, dass er überhaupt da war.
Was er auf deiner Seite sucht
Woran er arbeiten würde
Ein paar Fotos von Aufträgen der letzten Monate, mit zwei Sätzen dazu, was daran knifflig war. Ein erfahrener Handwerker erkennt sofort, ob das sein Niveau ist. Das schafft kein „vielseitiges Aufgabenfeld“.
Mit wem
Ein Teamfoto, Vornamen, wer wofür zuständig ist, und vor allem: wer sein Ansprechpartner wäre, mit Gesicht. Frag dein Team vorher, ob es auf die Seite will, und leg niemandem Sätze in den Mund.
Womit
Werkzeug, Maschinen, Fahrzeuge, Werkstatt. Wer seit Jahren mit altem Material arbeitet, schaut genau hin. Wenn du gut ausgestattet bist, zeig es.
Was ihn konkret erwartet
Genau die Punkte, um die Anzeigen herumschreiben: Wie sind die Arbeitszeiten geregelt? In welchem Umkreis wird gearbeitet, gibt es Montage? Kann man sich weiterbilden oder Verantwortung übernehmen? Du musst dich nicht auf jedes Detail festlegen. „Meistens im Umkreis von 30 Kilometern, selten Übernachtungen“ ist besser als Schweigen.
Was nach der Bewerbung passiert
Drei Sätze reichen, zum Beispiel: Wir melden uns innerhalb von zwei Tagen, dann telefonieren wir kurz, danach kommst du zum Probearbeiten. Wer weiß, was auf ihn zukommt, meldet sich eher.
Woran es oft technisch scheitert
Das ist der Teil, den viele Betriebe übersehen, obwohl er über Bewerbungen entscheidet.
Er ist am Handy
Lädt die Seite lange, ist die Schrift winzig oder muss er zoomen, ist er weg, bevor er etwas gelesen hat.
Der Weg zur Bewerbung ist zu lang
Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse als PDF: Das schickt niemand in der Mittagspause vom Handy. Ein kurzes Formular mit Name, Telefonnummer und Beruf, oder eine Nummer mit dem Satz „Ruf einfach an“, senkt die Hürde enorm. Die Unterlagen kann er später nachreichen.
Die Stellen sind nicht auffindbar
Wenn offene Stellen nur als PDF verlinkt sind oder ganz unten im Footer stehen, findet sie weder er noch Google. Jede Stelle gehört auf eine eigene Seite. Mit den passenden strukturierten Daten kann sie dann auch direkt in der Jobsuche bei Google erscheinen.
„Karriere“ fehlt im Menü
Wer extra suchen muss, sucht meistens nicht.
Anzeige und Website als Team
Die Anzeige muss nicht alles erklären. Halte sie kurz und verweise auf eine feste Adresse wie deinbetrieb.de/karriere. Dort steht der Rest. Der knappe Platz in der Anzeige wird so zum Grund weiterzuklicken. Und wenn sich Team oder Projekte ändern, passt du eine Seite an, statt jede Anzeige neu zu schreiben.
Was auf deine Karriereseite gehört und wie du verschiedene Bewerbergruppen ansprichst, erklären wir im Artikel zur Karriereseite.
Der Fünf-Minuten-Test
Nimm dein Handy, öffne deine aktuelle Stellenanzeige und danach deine Website. Stell dir vor, du bist der Elektriker im Transporter.
- Weiß ich nach zwei Minuten mehr als nach der Anzeige?
- Sehe ich, woran und mit wem ich arbeiten würde?
- Kann ich mich von hier aus in unter fünf Minuten melden?
Jedes Nein ist eine Bewerbung, die du nicht bekommst.
Lieber weniger, aber echt
Alles auf der Seite muss stimmen. Wer nach drei Wochen merkt, dass die Website mehr versprochen hat als der Alltag hält, ist nach der Probezeit wieder weg. Zwei echte Projektfotos sind mehr wert als zehn Stockbilder, und wenn du ein Gehalt nennst, dann das, was du wirklich zahlst.
Schick uns den Link zu deiner Website und deiner aktuellen Stellenanzeige. Wir schauen mit dem Blick einer Fachkraft drauf und sagen dir ehrlich, was fehlt. Kostenlos und unverbindlich.
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