Erreichbarkeit vor allem anderen
Die wichtigste Information auf deiner Seite ist deine Nummer, und dazu, wann du erreichbar bist. Sie gehört oben auf jede Seite und muss auf dem Handy mit einem Tipp anrufbar sein. Wenn du rund um die Uhr erreichbar bist, schreib es direkt daneben. Wenn nicht, sag ehrlich, wann jemand ans Telefon geht und was in der übrigen Zeit passiert.
Steht die Nummer erst im Kontaktbereich ganz unten oder nur im Impressum, ruft die Frau am Küchentisch den nächsten Bestatter in der Trefferliste an.
Ruhe statt Verkaufssprache
Besucher deiner Seite sind traurig, erschöpft und oft überfordert. Die Gestaltung sollte das aushalten: ruhige Farben, gut lesbare Schrift, viel Platz, keine Pop-ups, keine Hintergrundmusik. Formulierungen wie „Ihr kompetenter Partner“ oder „Wir bieten ein Rundum-sorglos-Paket“ wirken in dieser Situation kalt.
Schreib so, wie du am Telefon sprichst. Ein Satz wie „Ruf uns an, wir erklären dir in Ruhe, was jetzt zu tun ist“ tut mehr als jeder Werbeslogan. Bei Bildern gilt dasselbe: Weiße Tauben und Kerzen aus der Bilddatenbank sieht man auf fast jeder Bestatter-Seite. Fotos von deinen Räumen, deinem Abschiedsraum und deinem Team zeigen, wohin jemand wirklich kommt.
Was jetzt zu tun ist
Die meisten Angehörigen wissen nicht, wie es nach einem Todesfall weitergeht. Eine einfache Seite mit den ersten Schritten nimmt ihnen viel Unsicherheit. Unterscheide dabei die häufigsten Fälle, denn der Ablauf ist verschieden, je nachdem, ob jemand zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim verstorben ist.
Wichtig ist, dass du die Schritte so beschreibst, wie sie bei dir tatsächlich ablaufen: Was erledigst du, welche Unterlagen braucht ihr, was können die Angehörigen in Ruhe später klären. Drei bis fünf kurze Punkte reichen. Am Ende steht wieder deine Nummer.
Ehrlich über Kosten sprechen
Viele Angehörige haben Angst vor der Rechnung, trauen sich aber nicht, am Telefon direkt nach dem Preis zu fragen. Wer auf deiner Seite gar nichts zu Kosten findet, vermutet oft das Schlimmste.
Du musst keine vollständige Preisliste veröffentlichen. Hilfreich ist schon ein ehrlicher Überblick:
- Was ist in deinen Leistungen enthalten, zum Beispiel Überführung, Versorgung, Behördengänge, Trauerfeier?
- Gibt es Beispiele mit einem Preisrahmen für eine typische Erd- oder Feuerbestattung?
- Welche Kosten kommen von anderen dazu, etwa Friedhofsgebühren, die je nach Gemeinde stark schwanken können?
Gerade der letzte Punkt schafft Vertrauen, weil er zeigt, dass du nichts verstecken willst. Einen Online-Kostenrechner brauchst du dafür nicht. Der suggeriert eine Genauigkeit, die es bei Bestattungen selten gibt.
Vorsorge als eigener Bereich
Wer eine Bestattung vorsorgen will, ist in einer völlig anderen Lage. Diese Menschen haben Zeit, wollen sich informieren und vergleichen, oft über Wochen. Mische das deshalb nicht mit dem Trauerfall, sondern gib Vorsorge einen eigenen Bereich mit eigenem Ton.
Erkläre dort, was eine Vorsorge umfasst, wie ein Beratungsgespräch abläuft und ob es zu Hause stattfinden kann. Hier passt auch ein Formular für eine Terminanfrage oder Infomaterial, denn anders als im Trauerfall ruft hier kaum jemand sofort an.
Traueranzeigen und Gedenkseiten
Online-Gedenkseiten können für Angehörige wertvoll sein, besonders wenn Familie und Freunde weit verstreut leben. Sie bringen aber Verantwortung mit sich:
- Einwilligung: Name, Foto und Daten nur mit schriftlicher Zustimmung der Angehörigen veröffentlichen.
- Kommentare: Wenn Besucher Beileid schreiben können, muss jemand die Beiträge vorher freigeben. Ein unpassender Kommentar auf einer Gedenkseite fällt auf dich zurück.
- Auffindbarkeit: Frag die Familie, ob die Seite bei Google gefunden werden soll. Das lässt sich technisch für jede Seite einzeln steuern.
- Laufzeit: Leg vorher fest, wie lange eine Gedenkseite online bleibt und wer sie löschen lassen kann.
Wenn du dafür keine Zeit hast, ist es besser, auf Gedenkseiten zu verzichten, als sie nebenbei laufen zu lassen.
Das Team zeigen
Kaum eine Branche lebt so sehr vom persönlichen Eindruck. Angehörige wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, bevor sie zum ersten Mal anrufen. Fotos deines Teams mit Vornamen und einem Satz dazu, wofür jemand zuständig ist, machen den ersten Anruf leichter. Bei einem Familienbetrieb lohnt sich auch ein kurzer Absatz zur Geschichte des Hauses. Frag dein Team vorher, ob es auf die Website möchte.
Woran es technisch oft hakt
Das Cookie-Banner verdeckt die Nummer
Auf dem Handy legt sich das Banner bei vielen Seiten über die halbe Seite. Wer in diesem Moment erst Einstellungen wegklicken muss, um die Telefonnummer zu sehen, verliert Zeit und Geduld. Das Banner sollte klein sein und die Nummer frei lassen.
Die Seite lädt zu langsam
Große Bilder und viele Plugins machen Seiten am Handy träge, vor allem bei schlechtem Empfang. Eine schnelle Seite ist hier kein Luxus.
Öffnungszeiten widersprechen sich
Wenn auf der Website „rund um die Uhr erreichbar“ steht, im Google-Unternehmensprofil aber „geschlossen“, verunsichert das. Pflege beides gleich.
Gedenkseiten bremsen alles aus
Hunderte alte Gedenkseiten in einem schlecht gepflegten System machen die ganze Website langsam und angreifbar. Wenn du Gedenkseiten anbietest, gehören sie technisch sauber getrennt.
Dieser Ratgeber gibt Hinweise aus Sicht eines Webentwicklers und ist keine Rechtsberatung. Bei Fragen zu Datenschutz und Einwilligungen hilft ein Anwalt oder dein Berufsverband weiter.
Du willst wissen, wie deine Website auf jemanden wirkt, der gerade einen Angehörigen verloren hat? Schick uns den Link. Wir schauen sie uns am Handy an und sagen dir ehrlich, was wir verbessern würden. Kostenlos und unverbindlich.
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