Ratgeber für Immobilienmakler

Wozu braucht ein Immobilienmakler eine eigene Website, wenn es Portale gibt?

Auf den großen Portalen suchen Käufer. Eigentümer, die verkaufen wollen, suchen dagegen einen Menschen, dem sie ihr Haus anvertrauen. Genau dafür ist deine eigene Website da.

Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2026 · Von Marvin

Portale bringen Käufer, die Website bringt Eigentümer

Wer ein Haus kaufen will, sucht in den Portalen, dort sind die Objekte gebündelt und vergleichbar. Dort musst du als Makler auch präsent sein. Aber eine Anzeige im Portal zeigt ein Objekt, nicht dich.

Anders ist es beim Eigentümer. Er hat noch kein Objekt im Portal. Er überlegt, ob er verkaufen soll, und wenn ja, mit wem. Dann googelt er den Makler, den ihm jemand empfohlen hat, oder er sucht nach „Immobilienmakler" und seinem Ort. Was er dort findet, entscheidet, ob er anruft oder weiterklickt.

Das Portal zeigt dein Objekt. Deine Website zeigt dich.

Die Rollen sind also verschieden: Portale füllen deine Objektliste mit Interessenten, die Website füllt deine Auftragsliste mit Eigentümern. Wer nur auf Portalen auftritt, verlässt sich darauf, dass die Eigentümer ihn schon irgendwie finden.

Vertrauen bei Eigentümern: Person, Region, Ablauf

Ein Verkauf ist für die meisten Eigentümer eine der größten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens, oft verbunden mit Erinnerungen und Familiengeschichte. Entsprechend genau schauen sie hin, wem sie das anvertrauen.

Drei Dinge schaffen auf der Website Vertrauen:

  • Die Person: ein echtes Foto, ein Name und ein paar Sätze, wie du arbeitest. Kein Stockfoto mit Handschlag
  • Die Region: Du kennst die Gegend, in der du verkaufst, und zeigst es konkret
  • Der Ablauf: Wie läuft ein Verkauf bei dir ab, von der ersten Einschätzung bis zum Notartermin? Wer das transparent erklärt, nimmt Unsicherheit raus

Ehrlichkeit schlägt Hochglanz: Wer erklärt, wo ein Verkauf Zeit braucht und warum, wirkt glaubwürdiger als jemand, der alles in Superlativen verspricht.

Verkaufte Objekte als Beweis

Nichts überzeugt einen Eigentümer mehr als der Nachweis, dass du das Gleiche schon für andere gemacht hast. Eine Seite mit verkauften Objekten ist deshalb eine der stärksten Seiten, die ein Makler haben kann.

  • Nur mit Einwilligung der Verkäufer, und ohne genaue Adresse: Ort oder Stadtteil und Objektart genügen
  • Ein, zwei Sätze zur Besonderheit des Falls: Was war schwierig, was hat gut funktioniert?
  • Keine erfundenen Zahlen oder Wartezeiten, nur Angaben, die du belegen kannst

Wichtig ist, dass diese Seite wächst. Ein Verkaufsarchiv, das 2019 endet, wirkt wie ein Betrieb, der nichts mehr verkauft. Deshalb sollte das Ergänzen eines Falls nur Minuten dauern.

Du willst wissen, wo deine aktuelle Website steht? Im kostenlosen Erstgespräch bekommst du eine ehrliche Einschätzung.

Erstgespräch anfragen

Bewertungsanfrage: Rechner oder persönliche Einschätzung?

Der Einstieg für Eigentümer ist fast immer die Frage „Was ist meine Immobilie wert?". Auf deiner Website kannst du darauf auf zwei Arten antworten, und beide haben Vor- und Nachteile.

Online-Bewertungsrechner: Der Eigentümer gibt ein paar Daten ein und bekommt sofort eine Zahl. Das senkt die Hemmschwelle, liefert dir aber oft Anfragen von Menschen, die nur neugierig sind, und die Zahl kann am Ende weit von der Realität liegen.

Persönliche Einschätzung: Der Eigentümer schickt Eckdaten und bekommt von dir eine Einschätzung nach Besichtigung oder Gespräch. Das ist aufwendiger, aber du lernst jeden Interessenten kennen, und die Zahl ist belastbarer.

Unabhängig vom Weg gilt: Das Formular sollte kurz sein. Ort, Objektart, Kontakt, fertig. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Alles Weitere klärst du im Gespräch.

Objekte auch auf der eigenen Website zeigen?

Viele Makler fragen sich, ob sie ihre Objekte zusätzlich auf der eigenen Seite präsentieren sollten. Das hat einen Nutzen: Besucher, die über dich kommen, sehen sofort, was du im Angebot hast, und du bist nicht von den Portalen abhängig. Es hat aber auch einen Preis: Jedes Objekt muss gepflegt, aktuell gehalten und rechtlich sauber dargestellt werden.

Eine Website ganz ohne Objekte verschenkt Besucher an die Portale. Von Hand nachgepflegt wird die Liste aber schnell vernachlässigt, und eine veraltete Objektliste schadet mehr, als sie nützt. Die Lösung ist, die Objekte automatisch aus der Maklersoftware zu übernehmen, per Schnittstelle, statt sie von Hand doppelt zu pflegen.

Wichtig: Für Immobilienanzeigen können gesetzliche Pflichtangaben gelten, etwa zum Energieausweis, und auch für dein Impressum können je nach Tätigkeit weitere Angaben nötig sein. Das hier ist ausdrücklich keine Rechtsberatung. Lass die Pflichtangaben vor dem Start rechtlich prüfen.

Regionale Expertise zeigen, ohne eine Städteseiten-Fabrik zu bauen

Eigentümer wollen wissen, ob du ihren Markt kennst. Das beweist du nicht mit zwanzig Seiten „Makler in [Ortsname]", die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Besucher merken das, und Google auch.

Besser ist Wissen, das nur jemand hat, der wirklich dort arbeitet:

  • Was zeichnet die Stadtteile aus, in denen du verkaufst, und welche Käufer sucht man dort?
  • Welche Fragen stellen Eigentümer in deiner Region immer wieder?
  • Welche Besonderheiten hat dein Markt, etwa Denkmalschutz, Erbfälle oder Mehrfamilienhäuser?

Eine einzige gut geschriebene Seite zu deiner Region ist mehr wert als viele dünne. Ohne belegbare Zahlen behauptest du lieber nichts, als zu raten.

Beispielaufbau

So könnte die Startseite eines Maklers aufgebaut sein

Der Beispielaufbau ist darauf ausgelegt, Eigentümer zu gewinnen, nicht Objekte zu zeigen. Er ist ein Vorschlag aus dem Ratgeber, kein Kundenprojekt.

Beispielaufbau als Skizze, kein Kundenprojekt und keine gebaute Website.

Häufige Fragen

FAQ

Wenn du neue Verkaufsaufträge von Eigentümern willst, ja. Portale zeigen deine Objekte, aber nicht dich. Eigentümer, die über Empfehlung oder Suche auf dich aufmerksam werden, schauen zuerst auf deine Website, bevor sie anrufen.

Das kommt darauf an, wie du arbeitest. Ein Rechner senkt die Hemmschwelle, bringt aber oft unverbindliche Anfragen und Zahlen, die vom echten Wert abweichen. Eine persönliche Einschätzung ist aufwendiger, liefert dafür aber ernsthaftere Anfragen. Viele Makler kombinieren beides sinnvoll.

Nur, wenn du sie dauerhaft pflegen kannst. Eine veraltete Objektliste schadet mehr, als sie nützt. Zudem können Pflichtangaben für Immobilienanzeigen gelten, die du rechtlich prüfen lassen solltest. Alternativ konzentriert sich die Seite auf Vertrauen und verweist für die Objekte auf die Portale.

Indem sie Vertrauen aufbaut und den Einstieg leicht macht: Person und Region zeigen, den Verkaufsablauf erklären, verkaufte Objekte als Beweis nutzen und ein kurzes Formular für die Bewertungsanfrage anbieten. Ein Ranking oder bestimmte Zahlen können wir dafür nicht versprechen.

So aktuell, dass sie nicht stehen geblieben wirkt. Kleine, regelmäßige Ergänzungen wie ein neuer verkaufter Fall wirken besser als ein großer Relaunch alle fünf Jahre. Wichtig ist deshalb, dass sich neue Inhalte mit wenig Aufwand ergänzen lassen.

Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2026

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